1 Vorspiel

1.1 Was soll's?

Tabellen­kalkulationen sind mächtige Werk­zeuge, die nicht nur mit Zahlen rechnen und Texte verarbeiten, sondern auch Daten ver­walten und visualisieren können. Wer mit Tabellen­kalkula­tionen umgehen kann, ist vielseitiger gerüstet als mit PowerPoint, Word & Co.

Damit Lehrer diese Signale nicht nur hören, sondern auch umsetzen, biete ich den folgenden Einstieg so, wie Lehrer es mögen: simple, kostenlos und in Form einer Notenliste sofort nutzbar.
Nur eine fertige Lösung gebe ich nicht heraus, denn wer sie nicht selbst erstellen kann, kann auch nicht damit umgehen.

1.2 Was kostet's?

Marktführer unter den Tabellen­kalkula­tionen ist MS Excel von Microsoft. Das Programm ist mächtig, Schul­lizenzen einigermaßen preiswert, aber spätestens nach der Schule müssten die Schüler dafür bezahlen. Dieses Vertriebs­system, das in anderen Waren­gruppen 'anfixen' heißt, unterstütze ich ungern, deshalb...

LibreOffice ist vergleichbar mit dem Office-Paket von Microsoft, in den Grundfunktionen fast identisch und legal kostenlos. Deshalb empfehle ich LibreOffice für Einsteiger, Umsteiger und Finanzminister.

Die Programme ähneln sich derart, dass ich meine Kurse in LibreOffice halte, aber etliche Schüler mit Excel folgen und nur manchmal einen Knopf suchen müssen.

1.3 Los geht's

so

Laden Sie sich LibreOffice kostenlos herunter, installieren Sie das Programm, und starten Sie LibreOffice Calc. Ihre Schüler dürfen es genauso machen.

oder so

Kaufen Sie MS Office oder klären Sie die Sache mit der Schullizenz, installieren Sie das Programm, und starten Sie MS Excel. Wie Ihre Schüler das machen, fragen Sie besser nicht.

2 Notenliste vorbereiten

Bevor man Noten eingeben kann, braucht man einen Kopf und eine Namensliste.

2.1 Texte und Zahlen eingeben

Screenshot
2.1 Texte, Zahlen und Formeln in Tabellenzellen eingeben

Eine Tabellen­kalkulation sieht - logo - wie eine Tabelle aus. Jede Zelle hat eine eindeutige Bezeichnung wie beim Spiel 'Schiffe versenken'. Im Bild ist die Zelle C2 markiert. In jede Zelle kann man Texte, Zahlen ODER Formeln ein­geben, aber nur eine Sorte je Zelle.

  • Klicken Sie mit der Maus in eine Zelle, und tippen Sie anschließend entweder Text ODER Zahlen ein. Beenden Sie die Eingabe mit der Entertaste.
  • Ein unveränderliches Datum können Sie als Zahl mit zwei Punkten 24.09.16 bzw. mit zwei Minus-Zeichen 24-09-16 eintippen. Mir sind die Minuszeichen lieber, weil sie auf dem Zehnerblock der Tastatur direkt neben den Zahlen liegen.
  • Wenn das Datum immer aktuell sein soll, tippen Sie die Formel =HEUTE() wie einen Text ein. Am einführenden Gleich­heits­zeichen erkennt die Tabellen­kalkulation, dass es sich nicht um einen Text, sondern um eine Formel handelt. Groß- oder Klein­schreibung spielen keine Rolle. Die meis­ten Formeln benötigen ein Klammern­paar, auch wenn keine Argumente dazwi­schen stehen.
  • Nachdem Sie die Eingabe mit der Enter-Taste abgeschlossen haben, zeigt die Zelle das Ergebnis der Formel an, in diesem Fall das aktuelle Datum. Wenn Sie die Zelle nochmals anklicken, finden Sie die Formel in der Formelleiste über dem Tabellen­bereich.

Weitere Infos siehe

2.2 Aussehen von Texten und Zahlen

Heutzutage ist das Aussehen eines Blattes ja mindestens ebenso wichtig wie sein Inhalt...

Das Format einer Zelle beschreibt, wie Texte und Zahlen nach außen hin dargestellt werden. Sie können es im Menü Format - Zellen verändern.
Da Formatierung erfahrungsgemäß keine Probleme bereitet, gehe ich hier nur auf die Formatierung des Datums ein.

Screenshot
2.2 Im Menü Format - Zellen - Zahlen - Datum (Ausschnitt)
wird die Darstellung des Datums gewählt.

Grundsätzlich müssen Sie eine Zellen mar­kieren, bevor Sie ihren Inhalt for­ma­tieren können. Danach gibt es wie in den meisten Programmen drei Möglich­keiten, das Aus­sehen einer Zelle oder ihres Inhaltes zu ver­ändern.

  • Menüleiste: Format - Zellen (siehe Bild)
  • Symbolleiste: Klicken Sie eines der bunten Bildchen in der Symbolleiste ein
  • Kon­textmenü: Klicken Sie mit der rechten Maus­taste in den markierten Zellen­bereich, und wählen Sie Zellen formatieren

Tipp für den Untericht: »Hilfe, das habe ich doch gar nicht eingegeben!« ist das häufigste Problem für Anfänger. Durch die Formatierung einer Zahl kann ihr Aus­sehen nämlich drastisch ver­ändert werden. Wenn Sie sich damit nicht aus­kennen, empfehle ich Ihnen, Tabellen­kal­kula­tionen vorläufig nicht zu unterrichten;-) Wegen dieses Problemes unterrichte ich Zahlen­formate aus­führ­lich (→ Tabellen­kal­ku­lation - Zahlenformate). Andere Formate zeige ich nur kurz, denn bunt, blinkend und schrill finden Schüler auch ohne mich.

Tipp für das eigene Arbeiten: Forma­tieren kostet Zeit, sorg­fältig forma­tieren kostet viel Zeit. Wenn danach noch eine Kleinig­keit im Aufbau des Tabellen­blattes geändert wird, ist die Zeit vertan. Deshalb tut man gut daran, ein Tabellen­blatt erst dann zu formatieren, wenn sonst alles fertig ist. Dieser Tipp gilt auch für Text­verarbeitungen usw. Noch besser sind Formatvorlagen (→ Tabkal-Kurs: Zellenformate).

Weitere Infos siehe

2.3 Nummerieren durch Kopieren einer kurzen Zahlenfolge

Tippen geht in einer Tabellenkalkulation auch nicht schneller als im Taschenrechner. Sie spielt ihre Vorteile erst aus, wenn Kopieren ins Spiel kommt.

Animation
2.3 In Spalte A wird die zukünftige Namensliste nummeriert.

Wenn man einer Tabellenkalkulation kurze Zahlenfolgen vorgibt und diese dann durch Kopieren verlängert, versucht die Tabellen­kalkulation, die Zahlenfolge sinnvoll weiter­zu­führen. Für die Nummerierung genügt es, die Zahl 1 und 2 vorzugeben.

  • Geben Sie die Zahlen 1 und 2 in die Zellen A4 und A5 ein.
  • Markieren Sie die beiden Zellen, indem Sie mit gedrückter linker Maus­taste darüber fahren. Lassen Sie die Maus­taste an­schließend los.
  • Fahren Sie mit der Maus auf die rechte untere Ecke des markierten Bereiches und drücken Sie die linke Maus­taste, sobald sich der Mauszeiger in ein Kreuz verwandelt hat.
  • Ziehen Sie die Maus nach unten, ohne die Maus­taste loszulassen. Die Zahlenfolge wird verlängert.
  • Wenn die Zahlenfolge lang genug ist, lassen Sie die Maus­taste los.

Das Verfahren erzeugt Zahlen, als wenn man sie eintippt, aber einfacher und schneller.

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2.4 Spaltenbreite anpassen

Die Spalte mit der Nummerierung nimmt zu viel Platz weg.

Screenshot
2.4 Spaltenbreite mit der Maus ver­ändern.

Machen Sie die Spalte schmaler.

  • Packen Sie die Grenze zwischen den Spalten­köpfen A und B mit der linken Maus­taste, und schieben Sie die Spalte A zusammen.

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2.5 Namensliste eingeben

Zu einer Notenliste gehören natürlich auch Namen.

Screenshot
2.5 Namensliste eingeben

Geben Sie Namen Ihrer Schüler in den Spalten B und C ein. Vor- und Nach­namen sollten Sie in ver­schiedene Zellen eingeben, weil sie so ein­facher für andere Listen verarbeitet werden können.

  • Abtippen lässt sich nicht immer vermeiden.
  • Gedruckte Listen scanne ich ein, mache sie mit einem OCR-Programm maschinen­lesbar und fahre mit dem folgenden Schritt fort.
  • Liegen die Namen digitalisiert in einer Datei vor, kann man sie meistens kopieren, auch aus PDF-Dateien. Beim Kopieren kann man oft einzelne Spalten mit gedrückter Alt-Taste markieren.
  • Zum Einfügen aus der Zwischenablage wählen Sie im Menü der Tabellen­kalku­lation Bearbeiten - Inhalte Einfügen - Auswahl: Text und Zahlen.

Weitere Infos siehe

  • jetzt nicht, vielleicht später

2.6 Notenliste alphabetisch sortieren

Oft müssen Noten später in andere Listen über­tragen werden und dazu sollten die Listen einheit­lich, also alpha­betisch sortiert sein. Ich empfehle, jede Liste Liste routine­mäßig vom Rechner sortieren zu lassen; oder haben Sie bemerkt, dass die Namensliste in Bild 2.5 falsch sortiert ist?

Screenshot
2.6 Namensliste zum Sortieren markieren

Beim Sortieren der Namens­liste (Bild 2.5) müssen nicht nur die Namen Händel und Hallasch vertauscht werden, sondern natürlich auch alle dazu­gehörigen Vor­namen und Noten in den Zeilen 6 und 7. Dazu muss vor dem Sortieren alles (Namen, Vornamen und Noten) markiert werden, was beim Sortieren mitmachen soll. Am Einfachsten ist es, wenn Sie in Notenlisten grundsätzlich ganze Zeilen markieren.

  • Markieren Sie die ganzen Zeilen, indem Sie mit gedrückter linker Maus­taste über die Zeilenköpfe 4 bis 9 fahren.
  • Sortieren Sie mit der Menüleiste Daten - Sortieren.. - Sortierkriterien - Sortierschlüssel 1: Spalte B / Aufsteigend - Sortierschlüssel 2: Spalte C / Aufsteigend - OK
    Der zweite Sortierschlüssel springt ein, wenn zwei Nachnamen identisch sind.
  • Die Nummerierung gerät beim Sortieren durcheinander. Das könnte man mit einer anderen Nummerierungsmethode vermeiden, aber das geht hier zu weit. Nummerieren Sie die Liste einfach neu.

Achtung: Falle! Im Duden wird Händel zwi­schen Handel und handel­bar sortiert, und nicht bei Haendel. Tabellen­kalkula­tionen machen das inzwischen richtig, aber andere nicht: Das Zeugnis­verwaltungs­programm Atlantis sortiert 2016 noch nicht nach Norm, und wer da nicht aufpasst, hat schnell Zeugnisse mit falschen Noten gedruckt.

Sicherheitskopie! Obwohl ich mich mit Tabellen­kalkula­tionen viel Erfahrung habe, drucke ich immer eine 'Sicher­heits­kopie' aus, bevor ich an echten Noten­listen herumbastele. Vielleicht tue ich es auch weil..

Weitere Infos siehe

  • jetzt nicht, vielleicht später

2.7 Tabellenbereich erweitern

Irgendwo wird ein einmal angelegtes Tabellen­blatt immer zu eng und muss erweitert werden. Das ist bei Tabellen­kalku­lationen meist kein Problem, denn Sie können nachträglich Zeilen und Spalten einfügen.

Screenshot
2.7 Zeilen einfügen

Fügen Sie über der Zeile 4 eine weitere Zeile ein. Zeile 4 wird dadurch zu Zeile 5.

  • Markieren Sie Zeile 4, indem Sie den 4. Zeilen­kopf mit der LINKEN Maus­taste anklicken.
  • Klicken Sie jetzt noch einmal auf den 4. Zeilen­kopf mit der RECHTEN Maus­taste.
  • Wählen Sie im Kon­textmenü: Zeilen oberhalb einfügen

Weitere Infos siehe

  • jetzt nicht, vielleicht später

2.8 Letzte Vorbereitungen für die Notenliste: Formatierung

Farben sind Geschmackssache, aber sie können Listen übersichtlicher machen.

Screenshot
2.8 So ähnlich kann Ihre Notenliste aussehen.

Mit den bisherigen Kenntnissen können Sie die Notenliste so weit vorbereiten, dass endlich mit Noten gerechnet werden kann. Gestalten Sie die Notenliste nach Ihrem Geschmack und geben Sie "Übungsnoten" ein.

  • Die Breite des Notenbereiches ist nicht wichtig, denn sie kann später erweitert werden.
  • Wichtig ist, dass Sie den Bereich kenn­zeichnen, in dem die Einzelnoten ein­gegeben werden sollen. Sonst kann es später passieren, dass Sie Einzelnoten in Zellen schreiben, die nicht von Formeln erfasst und "vergessen" werden. Im Bild ist der Bereich G6:L12 grün eingerahmt.
  • Senkrechte Schrift in Zeile 2: Kon­text­menü - Zelle formatieren - Aus­rich­tung - Text­orientierung Winkel: 90°
  • Einheitliche Kommastelle im Bereich G6:L12: Bereich markieren: Kon­textmenü - Zelle for­matieren - Zahlen - Nach­komma­stellen: 1
    Wie alle Formatierungen geht es nur um die Anzeige der Kommastellen, intern werden die Daten mit dem korrekten Wert gespeichert und verarbeitet.
  • Spalten D und E ausblenden: Rechter Mausklick auf den Spaltenkopf - Spalten ausblenden.
    Um die Spalten D und E wieder ein­zu­blenden, können Sie die benach­barten Spalten C bis F markieren und danach das Kontext­menu mit einem rechten Maus­klick aufrufen.

Weitere Infos siehe

3 Mittelwerte von Klassenarbeiten - Grundlagen zu Formeln

Bisher hat unsere Tabellen­kalkulation eher mehr Arbeit gemacht als der kleine rote Schüler­schreck (Lehrer­kalender). Das wird sich jetzt ändern, weil wir ab sofort Formeln eingeben und den Rechner arbeiten lassen!

3.1 Formeln eintippen

Der Mittelwert einer Klassen­arbeit ist eine beliebte Kenngröße. Excel & Co be­rech­net den Mittelwert mit der Funk­tion =MITTELWERT() (die man auch Formel nennen kann). Das Beispiel Mittelwert soll zeigen, wie man Formeln eingibt und kopiert.

Wie jede Funktion beginnt =MITTELWERT() mit einem Gleichheitszeichen. Zwischen die Klammern schreibt man die Zahlen, aus denen der Mittel­wert ermittelt werden soll, oder besser die Adressen der Zellen, in denen die Noten stehen - sonst müsste man die Noten ja abtippen :-(.

Animation
3.1 Formel =MITTELWERT(G6:G12) eintippen

G3:=MITTELWERT(G6:G12)
soll heißen: Tippen Sie die Formel =MITTELWERT(G6:G12) in die Zelle G3 ein.

  • Klicken Sie in die Zelle, in der die Formel stehen soll, hier G3.
  • =MITTELWERT(
    müssen Sie eintippen. Groß- oder Klein­buch­staben spielen beim Tippen von Funktionen keine Rolle. Die linke Klammer öffnet den Wertebereich.
  • G6:G12
    Sie können den Adressbereich eintippen oder wie in Bild 3.1 mit gedrückter linker Maus­taste über die Zellen G6 bis G12 fahren.
  • )↵
    Die rechte Klammer, die den Wertebereich schließt, müssen Sie wieder eintippen und mit Enter abschließen.Sofort erscheint in der Zelle das Ergebnis der Be­rech­nung, hier 3,25.

Wenn eine Formel einmal eingegeben ist, brauchen Sie sich um die Be­rech­nung nie mehr zu kümmern. Jede Änderung einer Note in einer der Zellen G6:G12 wird sofort im Mittelwert übernommen. Rechenfehler sind nicht mehr möglich, und Tippfehler können Sie in der Notenliste kontrollieren. Leere Zellen wie in Zeile 7 stören den Mittelwert nicht. Wenn Sie mehr Zeilen brauchen, können Sie weitere Zeilen einfügen; der Adressbereich in der Mittelwertformel passt sich an.

3.2 Formeln mit dem Funktionsassistenten eingeben

Formeln eintippen geht schnell, wenn man sie im Kopf hat. Anfängern mag der Funktions­assistent helfen.
Die Vorgehens­weise mit dem Funktions­assistenten ist leider sehr auf­wändig zu be­schreiben, deshalb mache ich es hier einmal und dann nie wieder. Wer es eilig hat, kann dieses Kapitel überspringen. Es geht problemlos ohne..

Animation
3.2 Formel =MITTELWERT(G6:G12) mit den Funktions­assistenten

Geben Sie die Formeln mit dem Funktions­assistenten ein

  • Stellen Sie sicher, dass die Rechenleiste sichtbar ist: Ansicht - Rechenleiste
  • Klicken Sie in die Zelle G3, damit sie die Funk­tion aufnimmt.
  • Rufen Sie den Funk­tions-Assistenten auf mit Einfügen - Funk­tion oder mit dem Symbol f(x) in der Rechenleiste (siehe Animation).
  • Wählen Sie die Funk­tion MITTELWERT. Beachten Sie die Beschreibung "Berechnet den Wert einer Stichprobe".
  • Wählen Sie Weiter>>.
  • Der Cursor blinkt im Feld neben Zahl 1. Wenn er dies nicht tut, müssen Sie das Feld anklicken, damit die Tabellen­kalkulation weiß, welche Eingabe Sie als nächstes machen wollen.
  • Fahren Sie mit gedrückter linker Maus­taste über die Zellen G6 bis G13. Der Adress­bereich G6:G13 wird in die Funk­tion über­nommen, aus den Zahlen in diesen Zellen wird der Mittelwert be­rech­net. Die leeren Zeilen 12 und 13 sind für Nachzügler gedacht.
  • Wählen Sie OK.

3.3 Formel in der Rechenleiste be­ar­bei­ten

Sehr hilfreich ist, dass man Formeln in der Rechenleiste nachträglich korrigieren kann. Wer schon froh ist, dass er bis hierher gekommen ist, kann dieses Kapitel überspringen ;-)

Screenshot
3.3 Formel =MITTELWERT(G6:G12) in der Rechenleiste

Bearbeiten Sie die Formel in der Rechenleiste

  • Klicken Sie in die Zelle G3.
  • Klicken Sie in die Rechenleiste-
  • Jede Funk­tion beginnt mit einem Gleichheitszeichen =.
  • MITTELWERT beschreibt die Art der Funk­tion. Welche Funk­tionen verfügbar sind, zeigt Ihnen der Funk­tions­assistent.
  • Innerhalb der Klammern ( ) stehen die Eingabe­werte für die Funk­tion entweder als Zahl oder als Text oder als Funk­tion oder als Zell­adresse. Wenn mehrere Ein­gaben er­forder­lich sind, haben sie eine fest­geleg­te Reihen­folge und sind durch Strich­punkte getrennt.
  • Der Doppelpunkt : in G6:G12 definiert, dass alle Zellen von G6 bis G12 gemeint sind.
  • Aus dem Adress­bereich G6:G12 werden die Eingabe­werte für den Funk­tion genommen. Der Adress­bereich ist auf dem Tabellen­blatt farblich hervorgehoben.

3.4 Formeln kopieren

Auch für die anderen Klassen­arbeiten werden Mittelwerte benötigt. Dazu kann man die Funk­tion =MITTELWERT() in die benachbarten Spalten kopieren.

Animation
Formel kopieren

Der schnellste Weg zum Kopieren von Funk­tionen ist normaler­weise nicht Copy & Paste, sondern das Ziehen mit der Maus. Bei 'normalen' (=relativen) Adressen passt sich der Adress­bereich an die neue Position der Formel an!

Ziehen Sie die Funk­tion =MITTELWERT() aus der Zelle G3 nach rechts in die benach­barten Zellen.

  • Klicken Sie in die Zelle G3.
  • 'Packen' Sie die rechte untere Ecke der Zelle G3 mit der linken Maustaste, sobald sich der Mauszeiger in ein Kreuz ver­wandelt.
  • Ziehen Sie Formel mit gedrückter linker Maus­taste nach rechts.
  • Sobald Sie die Maustaste loslassen, füllen sich die über­querten Zellen mit =MITTELWERT().
  • Vergleichen Sie die Formeln in den Zellen
    G3:=MITTELWERT(G6:G12) und
    K3:=MITTELWERT(K6:K12).
    Die so­genann­ten relativen Adressen passen sich an die neue Position K3 an und zeigen wie in G3 auf die darunter liegenden Zahlen.
  • In Zelle L3 werden Doppelkreuze ### angezeigt, weil die Fehler­meldung WERT! (=keine Daten vorhanden) nicht in die schmale Zelle passt. Das kann man ignorieren, denn sobald man Noten in die Spalte L eingibt, wird ihr Mittel­wert in L3 angezeigt (sofern die Spalte breit genug ist).
  • Man kann =MITTELWERT() auch in die Zelle F3 kopieren, um den Mittel­wert der Noten in Spalte F anzu­zeigen. Verwenden Sie dazu Bearbeiten - Kopieren und Bearbeiten - Inhalte einfügen (mit Formeln), weil sonst der grüne Hinter­grund in F3 verloren geht. Oder forma­tieren Sie F3 nach­träglich neu.

Wer etwas damit anfangen kann, kann zusätz­liche Zeilen einfügen und sich neben Mittel­werten auch Median, Standard­abweichungen oä. anzeigen lassen. Die Auswahl statistischer Funk­tionen ist ziemlich groß und der Mittelwert nicht das Non-plus-ultra ;-)

Weitere Infos siehe

4 Notenschnitte für Schüler

Bei der Berechnung einer Schülernote bringt uns der einfache Mittelwert nicht weiter, denn die Noten von kleinen Tests, großen Klassen­arbeiten, Hausarbeiten usw. sind unterschiedlich gewichtet.

4.1 Gewichtungsfaktoren

Für Noten verschiedener Herkunft verwende ich die Gewichtungs­faktoren in Zeile 4. Eine Klassen­arbeit (KA) bekommt den Faktor 1, ein einfacher Test (ZA) 0,25 usw.

Screenshot
4.1 Gewichtungsfaktoren in Zeile 4 und ihre Summe in Zelle F4

Geben Sie Ihre Gewichtungsfaktoren und die Formel für ihre Summe ein:

  • Gewichtungsfaktoren eintippen
  • F4: =SUMME(G4:Q4)
    Soll heißen: Geben Sie in Zelle F4 die Formel =SUMME(G4:Q4) ein.
  • Erstellen Sie solche Formeln IMMER für den ganzen Daten­bereich, den Sie vorbereitet haben, in diesem Fall G4:Q4. Wie immer Sie es nennen, Sorgfalt, Professionalität, systematisches Vorgehen o.ä., auf alle Fälle sparen Sie so Fehler und Zeit für Fehlersuche.
  • Die Gewichtungsfaktoren können übrigens jederzeit geändert werden.
  • Die Summe aller Gewichtungsfaktoren in F4 hilft, den Überblick zu behalten, muss aber nicht sein. Manchmal verwende ich den Platz für anderes, z.B. → 4.5 Mündliche und schriftliche Noten gewichten

4.2 Durchschnitt aus gewichteten Noten

Formel
4.2a Formel für den Notenschnitt mit Gewichtungsfaktoren GF

Die Formel für den Durchschnitt aus Noten mit Gewichtungs­faktoren GF finden Sie im Bild 4.2a. Man kann sie aus zwei Funk­tionen zusammensetzen.
Für den Teil über dem Bruch­strich gibt es die Funk­tion
=SUMMENPRODUKT(Noten; GF)
Für den Teil unter dem Bruch­strich heißt die Funk­tion
=SUMME(GF).
Den Bruch schreibt man in Tabellen­kal­kula­tionen mit dem Schräg­strich /.

Screenshot
4.2 Notenschnitt mit Gewichtungsfaktoren GF in der Schreibweise von Tabellenkalkulationen

F6: =SUMMENPRODUKT(G6:Q6;G$4:Q$4)/SUMME(G$4:Q$4)
Tippen Sie die Formel =.. in die Zelle F6.

  • Jede Funktion beginnt mit einem Gleichheitszeichen =.
  • SUMMENPRODUKT(G6:Q6;G$4:Q$4)
    Rechnet G6xG4 + H6xH4 + .. + Q6xQ4.
    Der Strichpunkt ; trennt Noten und GF voneinander ab.
    Die Dollarzeichen $ adressieren die Gewichtungsfaktoren absolut (→ Kap. 4.3)
  • Der Schrägstrich / ist der Bruchstrich.
    Das Zeichen ÷ auf dem Zehnerblock der Tastatur funktioniert auch.
  • SUMME(G$4:Q$4)
    Summiert die Gewichtungs­faktoren. Dollar­zeichen $ nicht vergessen!.

Kopieren Sie die Formel aus F6 für alle Schüler nach unten.

  • Zelle F6 anklicken
  • F6 am Eck rechts unten packen
  • Nach unten ziehen
  • Achtung! Die Formel hat noch Mängel (→ Kap. 4.4)!

4.3 Relative und absolute Adressen

Nachdem die Formel aus Kap. 4.2 kopiert ist, können wir uns dem Unter­schied zwischen relativen und absoluten Zell­adressen widmen. Wer mit Tabellen­kalkula­tionen sonst nichts zu tun haben will, kann dieses Kapitel überspringen.

Screenshot
4.3 Funk­tion mit relativen und absoluten Adressen nach dem Kopieren

Vergleichen Sie die Funktion in der Zelle F6 (Bild 4.2b) und die kopierte Funktion in der Zelle F11 (Bild 4.3). Beide sind hier ohne den Teil nach dem Bruchstrich dargestellt:
F6:  =SUMMENPRODUKT(  G6:  Q6;G$4:Q$4)
F11:=SUMMENPRODUKT(G11:Q11;G$4:Q$4)

  • Der Zellbereich G6:Q6 wurde beim Kopieren verändert zu G11:Q11.
    Das ist sinnvoll, weil sich die Noten von Jenni und Eugen in ver­schie­denen Zeilen befinden
    Man nennt G6 und Q6 relative Adressen, weil sie von der Position der Funktion abhängen. G6:Q6 in Zelle F6 bedeutet also, dass sich die Funktion ihre Werte aus sound­soviel Zellen rechts daneben holt, und diese Infor­mation sound­soviel rechts daneben.. wird beim Kopieren weiter­gegeben.
  • Im Zellbereich G$4:Q$4 wurden beim Kopieren die Zeilennummern nicht verändert.
    Das ist sinn­voll, weil sich die Gewich­tungs­faktoren immer in der­selben Zeile 4 befinden.
    Man nennt G$4 und Q$4 absolute (Zeilen-)Adressen, weil die Zeilen fixiert sind. Absolute Adressen werden mit Dollar­zeichen $ gekennzeichnet. Es sind alle Kombinationen möglich, z.B. $G$4 oder $G$4:Q4.
  • Die Spaltenbuchstaben G:Q haben sich nicht geändert, weil wir die Spalten beim Ziehen nicht verlassen haben.

Weitere Infos siehe

4.4 Notenschnitte aus gewichteten Noten mit Lücken und Zusatznoten

Der Noten­schnitt des Schülers Ferenc in Bild 4.3 ist offen­sicht­lich falsch, weil bei ihm eine Note fehlt und die aktuelle Formel trotzdem durch die Summe ALLER Gewichtungs­faktoren teilt. Diese Formel ist also nur geeignet, wenn keine Noten fehlen. Das ist für Zeugnis­noten nicht realis­tisch, und so kann man auch keine zusätzliche Noten für einzelne Schüler ein­kal­kulieren, z.B. bei Referaten usw.

Die Lösung für das Problem ist eine Funk­tion, die Gewichtungsfaktoren GF nur dann summiert, wenn es für sie bei diesem Schüler eine Note gibt. Sie lautet =SUMMEWENN(Noten;Kriterium;GF)

.
Screenshot
4.4 Fertige Formel zur Be­rech­nung von Notenschnitten

Am schnellsten geht es, wenn Sie die vor­han­dene Formel in Zelle F6 mit 17 Tasten­drücken er­gänzen und danach noch­mals nach unten kopieren:
F6: =SUMMENPRODUKT(G6:Q6;G$4:Q$4)/SUMMEWENN(G6:Q6;">=0";G$4:Q$4)

  • =SUMMENPRODUKT(G6:Q6;G$4:Q$4)/ bleibt unverändert
  • SUMMEWENN(G6:Q6;">=0";G$4:Q$4)
    zählt einen Gewichtungs­faktor aus G$4:Q$4 nur dann zur Summe, wenn im jeweils korres­pon­dierenden Notenfeld G6:Q6 eine Zahl größer oder gleich Null eingetragen ist. Das Prüf­kriterium ">=0" steht zwi­schen Anführungs­zeichen. Die drei Argumente haben eine fest­gelegte Reihen­folge und werden durch Strich­punkte getrennt.
  • Kopieren nicht vergessen

Diese Formel zur Be­rech­nung von Noten­schnit­ten von Schülern ist für meine Zwecke ausreichend. Jede Spalte kann eine be­lie­bige Gewichtung erhalten, aber die Spalten müssen nicht für jeden Schüler Noten ent­halten. Zusätz­lich kann man für Sonder­leistungen einzelner Schüler neue Spalten aufmachen und gewichten.

Wenn man aber eine mündliche Noten oder eine Labornote in einem festgelegten Verhältnis verrechnen will, muss man auch noch Kap. 4.6 durchackern.

4.5 Notenlisten vergrößern, verkleinern und klonen

- geplant -

Verfahren Sie im Prinzip wie in Kap. 2.7. Wo nach dem Einfügen von Zeilen und Spalten Formeln fehlen, können Sie aus Nachbarzellen kopiert werden. Die Funktionen, die auf die neuen Zeilen und Spalten zugreifen sollen, passen sich in der Regel selbstständig an.

4.6 Notenschnitte mit definiertem Verhältnis zwischen mündlicher und schriftlicher Leistung

In Baden-Württemberg müssen Schüler zu Schul­jahres­beginn informiert werden, in wel­chem Ver­hält­nis münd­liche und schrift­liche Leistungen gewichtet werden. Das Verhältnis ist ziemlich frei wählbar, aber nach der Bekannt­gabe fest­gelegt. Mit dem bisherigen Modell funktioniert das exakte Verhältnis nicht, wenn einzelne Schüler mehr oder weniger Noten haben als andere.

Eine Lösung ist, mündliche und schriftliche Noten in separaten Bereichen zu erfassen.
Die Durch­schnitte inner­halb der Bereiche wer­den wie oben mit be­lie­bigen Gewichtungs­faktoren be­rech­net. Der Gesamt­schnitt wird dann im festgelegten Verhältnis aus den Einzel­schnitten berechnet.

Screenshot
4.6 Getrennte Bereiche für mündliche und schriftliche Noten ermöglichen eine exakte Gewichtung der Gesamtnote

Im Bild 4.6 sehen Sie die prinzipielle Anordnung.

  • Mündliche Einzelnoten stehen in den Spalten H bis J. Die mündliche Gesamt­noten in der hell­blauen Spalte G werden aus den Einzel­noten mit den Gewich­tungs­faktoren in H4 bis J4 berechnet. Die Formel ist in Kap. 4.4 erklärt, in Zelle F6 lautet sie:
    F6: =SUMMENPRODUKT(H6:J6;H$4:J$4)/SUMMEWENN(H6:J6;">=0";H$4:J$4)
  • Der Bereich für schriftliche Noten ist analog angelegt:
    K6: =SUMMENPRODUKT(L6:N6;L$4:N$4)/SUMMEWENN(L6:N6;">=0";L$4:N$4)
  • Da die Adressbereiche der Gewichtungs­faktoren in F6 mit H$4:J$4 definiert sind, kann man die Formel einfach von F6 nach K6 kopieren. Wenn der Adress­bereich $H$4:$J$4 hieße, müsste man die absoluten Spalten­buchstaben $H und $J von Hand anpassen.
  • Die Gesamtdurchschnitte in der grünen Spalte F sind aus den münd­lichen und schrift­lichen Gesamt­noten G und K mit den Ge­wich­tungs­faktoren G4 und K4 be­rech­net:
    F6: =(G6*G$4+K6*K$4)/(G$4+K$4)
  • Die Formel aus Kap. 4.4 funktioniert für die Gesamt­durch­schnitte nicht, weil =SUMMEN­PRODUKT() nur mit zusammen­hängenden Zell­bereichen klappt. Ich habe deshalb auf die Grund­formel aus Kap. 4.2 zurück­gegriffen.
  • Zeugnisnoten darf kein Programm berechnen, denn nach der Noten­bildungs­verordnung des Landes Baden-Württem­berg (Stand 2016, in anderen Ländern vermutlich ähnlich) ist Noten­bildung "eine pädagogisch-fachliche Gesamt­wertung" und nicht das Ergebnis einer rein arithme­tischen Rechnung. Sie müssen also selbst entscheiden..
  • Das Prinzip der getrennten Bereiche mit fester Gewichtung verwende ich auch für Labor- und Werkstattnoten.

5 Noten für Tests

Tabellen­kalkulationen können nicht nur Noten­schnitte für Zeug­nisse ausrechnen, sondern auch Klassen­arbeits­noten aus Teil­noten oder Punkten. Bei nicht­linearen Schlüsseln wie denen beim Abi oder von der Hand­werks­kammer machen sie weniger Fehler als Sie und ich. Also erweitern Sie Ihre Liste.

5.1 Bereich für Tests anlegen

 

5.2 Noten aus gewichteten Teilnoten

 

5.3 Noten linear aus Punkten

 

5.4 Nichtlineare Punkteschlüssel

 

5.5 Einzelnote in Notenliste übertragen

Die Endnote einer Klassen­arbeit kann man leicht per Zell­bezug in die Noten­liste übernehmen, aber ich möchte ja nicht für jede Klassen­arbeit einen Bereich anlegen. Deshalb muss jeden Klassen­arbeits­note irgend­wann unveränderbar in die Noten­liste über­tragen werden.

5.6 Runden oder Kürzen einer Einzelnote

Wenn Sie mit =KÜRZEN() aus dem vorigen Kapitel einverstanden sind, können Sie dieses Kapitel überspringen.

Wenn sich aus den Teil­noten eine Note wie 2,445 ergibt, ist diese schein­bare Genauig­keit natür­lich blanker Unsinn, und außer­dem möchte ich nicht alle Komma­stellen auf das Schüler­blatt über­tragen. Deshalb reduziere ich KA-Noten immer auf Zehntel­noten.

Das Problem dabei ist, dass die Tabellen­kalkula­tion mit derselben Note rechnet wie der Schüler! Es folgen die drei Mög­lich­keiten, Komma­stellen zu reduzieren:

Runden per Formatierung (ungenau)

Beim Formatieren wird die Zahl nur gerundet angezeigt, aber die Tabellenkalkulation rechnet mit allen Kommastellen weiter. Der Schüler erhält nur die gerundeten Noten und errechnet unter Umständen einen anderen Schnitt. Auch wenn der Unterschied nicht groß ist, darf er schon aus juristischen Gründen nicht sein.

Runden per Funktion (ungenau)

Mit der Funktion =RUNDEN(Note; 1) wird jede Note auf Zehntel gerundet, sodass auch mit der gerundeten Note gerechnet wird. Damit kann der Schüler zwar seine End­note nach­voll­ziehen, aber da Noten spätestens beim Zeugnis noch einmal gerundet werden, gerät man ins Mehr­fach­runden. Dazu ein Beispiel:

Schüler A erreicht in einer Klassen­arbeit bei Lehrer B einen Durch­schnitt von 1,15. B vergibt gerne Viertel­noten und bewertet die Klassen­arbeit korrekt gerundet mit 1 minus. Wegen Unter­richts­ausfalls gibt es keine weiteren Noten und da in der Halb­jahres­information nur halbe Noten stehen dürfen, rundet B korrekt von 1 minus auf 1,5. Im zweiten Halb­jahr fällt B ersatz­los aus und die Noten­konferenz über­nimmt die Halbjahresnote ins Jahres­zeugnis; da dort nur ganze Noten stehen dürfen, rundet sie korrekt auf 2.
Dreimal korrekt gerundet von 1,15 auf 2!

Kürzen per Funktion (genau und schülerfreundlich)

Mit der Funktion =KÜRZEN(Note; 1) wird jede Note auf Zehntel ab­geschnitten. Damit sind die oben genannten Probleme umgangen. Der Unter­schied zur gerundeten Note beträgt durch­schnittlich ein halbes Zehntel, ist also ver­nach­lässig­bar, freut die Schüler aber trotzdem.

6 Durchschnitte von Klassen­arbeiten manipulieren

Es gibt viele Gründe, den Schnitt einer Klassen­arbeit anzuheben, darunter auch gute, z.B. wenn man nach­träglich fest­stellt, dass die Arbeit zu schwer oder umfang­reich war.
Umgekehrt geht es auch, aber das ist nicht mein Stil. Wenn mir eine Klassen­arbeit zu leicht geraten ist, hatten die Schüler eben Glück.

Im Fol­genden stelle ich die Mög­lich­keiten zum Manipulieren des Mittel­wertes bzw. des Medians vor.

6.1 Leichte Aufgaben stellen

Da das Thema nichts mit Tabellenkalkulation zu tun hat, können Sie dieses Kapitel überspringen.

Merkmal: Leichte Tests helfen leistungs­schwachen Schülern mehr als den leistungs­starken. Ob das ein Vor- oder ein Nachteil ist, hängt von den Umständen ab.

Im Einzel­fall können leistungs­schwache Schüler motiviert werden.
Gute Noten werden aber auch als Beruhigungs­mittel vergeben. Das mag bei Schülern und Eltern wirken, aber die Aussage eines Personal­chefs oder Professors "Die haben ja nur Einsen und Zweien" ist definitiv nicht als Kompliment für die Schule gemeint! Die Folge ist, dass sich leistungs­starke Bewerber nicht abheben, Betriebe und Unis mittels Eingangs­tests differenzieren und leistungs­schwachen Schülern auf Dauer auch nicht geholfen ist. Dazu empfehle ich den Aufsatz über die Nobel­preise für Wirt­schafts­wissen­schaften 2001.

Meine persön­liche Theorie ist, dass das breite Mittel­feld meiner Schüler an Noten orientiert ist in der Art, dass sich ein 5-Punkte-Typ nach einer leich­teren Klassen­arbeit einmalig über 8 Punkte freut, dann aber den Arbeits­aufwand reduziert, bis er wieder bei "seinen" 5 Punkten landet. So lernt das Mittel­feld weniger, bremst den Unter­richt und zieht die ganze Klasse runter.
Die letzten (!) Ehr­geizi­gen lernen weniger, weil der Unter­richt nicht voran kommt. Die Schluss­lichter bleiben Schluss­lichter, nur auf nied­ri­gerem Niveau. Und selbst für das noten­orientierte Mittel­feld ist der kurz­fristige (!) Vorteil kaum messbar, wenn man weiß, dass ihre Vor­bereitungs­zeit für eine Klassen­arbeit meist unter einer Stunde liegt - was will man da noch sparen?

6.2 Punkte ohne Leistung vergeben

Da das Thema nichts mit Tabellen­kalkulation zu tun hat, können Sie dieses Kapitel überspringen. Die meisten Aspekte zum Thema finden Sie im Kap. 6.1 Leichte Test.

Es gibt aber Fälle, in denen ich das Ver­fahren selbst anwende. Ein Beispiel sind Teil­aufgaben, die ich nach­träg­lich als "für den Schüler nicht bzw. nur mit un­verhältnis­mäßig großem Aufwand lösbar" ein­stufe. Schüler investieren also unter Um­ständen viel Zeit in die Auf­gabe ohne Chance auf Punkte.

Wenn so etwas vorkommt, lasse ich nicht die Schüler das Problem ausbaden, sondern vergebe für die betreffende Teil­aufgabe die volle Punkt­zahl - an jeden Schüler, weil ich ja nicht weiß, wer..!
Dass manche Schüler dabei Glück haben, ist eben so. Auswirkung auf die Arbeits­moral habe ich in solchen Fällen noch nicht beobachtet.

Tabellenkalkulationstechnisch liegt der Fall einfach: Volle Punktzahl eintippen!

6.3 Teilaufgaben nicht werten

Wenn Schüler Teilaufgaben aus- oder abwählen dürfen, können Sie dies manuell berücksichtigen, indem Sie die Noten einfach nicht in die Liste eintragen. Sie müssen ggf. nur darauf achten, die Maximal mögliche Punktzahl anzupassen.

Wenn Sie selbst die Auswahl nachträglich treffen wollen, z.B. weil Sie den Schülern versprochen haben, die schlechtesten Teilnoten zu streichen, können Sie die Auswahl automatisieren.

6.4 Teilaufgaben zur Auswahl stellen

Dieses Verfahren verwende ich übrigens auch unangekündigt, wenn ich den Schnitt einer Klassen­arbeit liften möchte, z.B. weil ich nachträglich festgestellt habe, dass sie zu umfangreich war. In diesem Fall bewerte ich alle Teilaufgaben und nehme die schlechtesten 1, 2,... Teilaufgaben wieder aus der Bewertung. Die Auswirkungen dieses Verfahrens sind folgende:

  • Ein Schüler könnte alle Aufgaben lösen, wenn die Zeit ausreichte. Die zeitlich bedingt schlechten Teilnoten werden gestrichen und er bekommt die ihm zustehende gute Note.
  • Ein Schüler könnte auch mit mehr Zeit keine Aufgabe lösen. Von den vielen schlechten Teilnoten werden zwar ein paar gestrichen, doch die Endnote bleibt schlecht.
  • Ein Schüler kann einige Aufgaben lösen, andere nicht und ist clever genug, sich nicht festzubeißen. Ein Teil sei

Bewertung mit Punkten für Teilaufgaben

Gemeint ist hier der Fall, dass Arbeiten in den Teilaufgaben oder Teilaspekte (Rechtschreibung, Inhalt, Schönschrift..) mit Punkten bewertet werden, und deren Endpunktzahl gleich der Summe der Teilpunkte ist. Obwohl dies wohl nicht so häufig vorkommt, schildere ich den Fall, weil er das folgende Kapitel Bewertung mit Verrrechnungspunkten vorbereitet.

Wenn man mit Punkten für Teilaufgaben arbeitet, wird die Gewichtung einer Teilaufgabe mit der Punktzahl ausgedrückt und die Gewichtungsfaktoren können entfallen. In die frei werdende Zeile 4 schreibe ich stattdessen die maximalen Punktzahlen, die für die Teilaufgabe vergeben werden kann. Die Maximalpunktzahlen dienen nur der Übersicht, werden sonst nicht benötigt und man kann sie auch weglassen.

Bewertung mit Verrechnungspunkten

Gemeint ist hier der Fall, dass Teilaufgaben mit Verrechnungspunkten bewertet werden, die summiert und dann per Formel oder Tabelle in eine Note oder eine Notenpunktzahl umgerubelt wird. Diese Methode ist typisch für Abschlussprüfungen aller Art, z.B. das Abitur in Baden-Württemberg. Ich verwende sie auch für Klassen­arbeiten am technischen Gymnasium, um den nichtlinearen Abitur-Notenschlüssel anwenden zu können.

Grundsätzlich funktioniert die Formel für Punkte und Noten in gleicher Weise, aber im Detail gibt es einige Unterschiede. Wer beide Methoden verwendet, sollte je einen neuen Bereich anlegen.

Verrechnungspunkte in Noten oder Notenpunkte umwandeln

Gleichung

Tabelle

Verrechnungspunkte müssen nicht linear in Noten umgerechnet werden oder geben Sie Ihrer Werkstatt die Note 3,5, wenn 2 Reifen fachgerecht montiert sind, die anderen beiden aber nicht?

Nichtlineare Umrechnungen von Verrechnungspunkten in Noten oder Notenpunkten erfolgen üblicherweise mithilfe von Tabellen.

Noten / Punkte hervorheben

Formeln schützen

Zukünftig müssen Sie nur noch Namen, Noten und Gewichte eintippen, und die Notenschnitte werden auto­matisch angezeigt. Die Formeln, die dahinter stecken, können Sie im Grunde vergessen. Zur Sicherheit wollen wir die Formeln gegen ver­sehent­liches Löschen schützen.

Der Schutz der Formeln geschieht zweistufig.

  • Legen Sie fest, welche Zellen NICHT gegen Änderung der Formel geschützt werden sollen (standardmäßig sind alle Zellen geschützt.) In unserem Fall sind das alle Eingabefelder.
    • Zellen markieren
    • Format - Zellen - Zellschutz - Gesperrt: Ein
      Die Zelle kann nicht mehr be­ar­bei­tet werden, aber die darin ent­haltene Formel bleibt sichtbar. Das genügt, wenn man die Formel nur vor sich selbst schützen möchte oder wenn sie nicht geheim ist.
  • Aktivieren Sie den Zellschutz für das Tabellen­blatt.
    • Extras - Dokument schützen - Tabelle - Kennwort eingeben
      Ohne das Kennwort kann der Zellschutz nicht mehr aufgehoben werden.

Übrigens: Wenn alle Formeln getestet sind und funktionieren, können Sie den Formelkram theore­tisch vergessen. Löschen Sie die Übungs­werte, setzen Sie reale Daten ein und nächstes Jahr wieder. Trotzdem werden Sie genügend Grundlagen kennen, um die Notenliste nach Ihrem eigenen Bedarf auszubauen.

0815 Jonglieren mit Namen

Hier soll einmal stehen, wie man die Darstellung der Namen variieren kann, z.B. Name und Vorname (zwei Zellen) in Name, Vorname oder Vorname Name in jeweils einer Zelle.

Animation
Formel aus 2 Funk­tionen zusammensetzen

Erstellen Sie die oben gezeigte Formel mit Hilfe des Funk­tions­assistenten in Zelle F4.

  • Markieren Sie die Zelle F6, und rufen Sie den Funk­tions-Assistenten auf.
  • Wählen Sie im Funk­tions-Assistenten die Funk­tion =SUMMENPRODUKT() aus, und klicken Sie auf Weiter>>.
  • Klicken Sie in das Feld neben Matrix 1, und fahren Sie an­schließend über den Zellen F6 bis Q6, um die Zell­adressen der Noten zu über­nehmen.
  • Übernehmen Sie die Zell­adressen der Gewichtungen F4 bis Q4 als Matrix 2.
  • Den Bruchstrich zwi­schen =SUMMENPRODUKT() und =SUMME() müssen Sie per Tastatur eintippen. Verwenden Sie den Schrägstrich / oder das Geteilt-Zeichen ÷ auf dem Zehnerblock der Tastatur.
  • Wählen Sie danach die Funk­tion =SUMME() über die Gewichtungen in F4 bis Q4.
  • Schließen Sie den Funk­tions-Assistenten mit OK ab.

Wenn Sie es nicht hinkriegen, können Sie die Formel auch in die Rechenleiste eintippen.