Zweck

Nach Klassen­arbeiten sind Schüler sehr daran interessiert, ihre Noten so schnell wie möglich zu erfahren, während ich nicht daran interessiert bin, von Noten wissen wollenden Schülern in Pausen belagert oder mit E-Mails bombardiert zu werden. Außerdem will ich nicht noch mehr Arbeit, als Klassen­arbeiten sowieso schon machen. Meine Lösung ist es, die Noten auf meiner Webseite zu veröffentlichen.

Verfahren

Auf dem Deckblatt jeder Klassen­arbeit befindet sich unter dem Namensfeld für den Schüler zusätzlich das Feld "Pseudo­nym". Wenn der Schüler dort ein be­lie­biges Wort einträgt, drückt er seinen Wunsch und sein Einverständnis aus, dass seine Noten unter diesem Pseudo­nym im Internet veröffentlicht werden sollen und dürfen.

Nach der Korrektur der Klassen­arbeit durchblättere ich nochmals alle Deckblätter, auf denen ich die Noten vermerke, und tippe Pseudo­nyme und Noten in ein HTML-Dokument ein. Wenn das Blatt einmal angelegt ist und alle Telefon-Leitungen frei sind, stehen die Noten spätestens 10 Minuten nach Abschluss der Korrektur im Internet.

Weitere Listen führe ich nicht. Mit der Rückgabe der Klassen­arbeit habe ich keinen Bezug mehr zwi­schen Pseudo­nym und Schüler. Bei der nächsten Klassen­arbeit kann jeder Schüler neu ent­scheiden, ob und unter welchem Pseudo­nym seine Note ins Internet kommt.

Einzelne Aspekte

  • Auf die Idee zur verschlüsselten Veröffentlichung von Noten brachte mich die Praxis von Universitäten, Noten unter der Matrikelnummer auszuhängen.
  • Allerdings sind an Universitäten die Ansichten über das Veröffentlichen von Noten im Internet uneinheitlich. Das wichtigste prak­tische Argument ist, dass durch elektronische Auswertung mehrerer Notenlisten die Matrikelnummern viel leichter den Studierenden zugeordnet werden könnten als dies bei papierenen Listen möglich wäre. In meinem Konzept kann dies ein Schüler durch wech­selnde Pseudo­nyme vermeiden.
  • Die Schüler bestimmen selbst, ob die Noten ins Internet dürfen, und sie bestimmen auch den Grad der Verschlüsselung, z.B. durch wech­selnde Pseudo­nyme.
  • Schüler, die keinen eigenen Internetzugang haben, können den der Schule benutzen. Wenn auch das nicht möglich ist, können die Schüler organisieren, dass einer von ihnen eine Liste ausdruckt und mitbringt (Teamarbeit).
  • Der zusätzliche Aufwand für den Lehrer wird durch ungestörtere Pausen ausgeglichen - wenn die Homepage vorhanden ist und wenn man weitere Anfragen nach Noten ("ich habe vergessen, ein Pseudo­nym anzugeben.. ") ignoriert.
  • Wenn mir ein Pseudo­nym nicht gefällt ("Copkiller".. ), veröffentliche ich es einfach nicht. Der Schüler erfährt seine Note dann ganz normal in der nächsten Unterrichtsstunde.
  • Übrigens: Wenn der Schüler ein ausgefallenes Pseudo­nym verwendet, kann er seine Note per Such­maschine aufrufen (allerdings mit ein paar Tagen Verzögerung).




Wem der Text in manchen Passagen seltsam vorkommt: Ich habe ihn etwa im Jahr 2001 geschrieben ;-)